Hauptschule an der Wächtlerstrasse

Theater-/Tanz-/Musikprojekt im Jg. 6/7
zum Thema Gewalt/Mobbing

Projektlaufzeit: September 2012 – Juni 2013

1. Bedarfslage
Die Lebenswelt von Kindern- und Jugendlichen spielt sich heute sowohl in realen als auch virtuellen Räumen ab. In beiden Welten entstehen Streitigkeiten die von der virtuellen, in Foren und sozialen Netzwerken, in die reale Welt, auf dem Schulhof und Schulweg, hineingetragen wird und umgekehrt. Diese Streitigkeiten eskalieren, nach Aussage der Schule, zunehmend und werden in ihrer Intensität stärker. So werden  Bilder oder Videos von Schülern ohne ihr Einverständnis ins Internet eingestellt und verbreitet. Mobbing und Gewalt gegen einzelne SchülerInnen bekommt hier eine neue Dimension. Gleichzeitig bietet die Lebenswelt Internet für die SchülerInnen auch die Möglichkeit zum Austausch und dem Erleben von „Freundschaft“, durch das sich verabreden, dem teilen von Musik und Fotos. Festzuhalten ist, dass das Internet, mit all seinen Facetten, ein für die SchülerInnen alltagsrelevantes Thema ist.

2. Zielsetzung
Ziele des Projektes sind unter anderem, die Sensibilisierung der SchülerInnen für das Thema Internet und Cybermobbing, die Entwicklung eines „Verhaltenskodex“ an der Schule, der Schutz der Opfer durch hergestellte Öffentlichkeit.
Mit Hilfe des theaterpädagogischen Ansatzes lassen sich für die SchülerInnen relevante Themen er- und bearbeiten. Dazu bietet ein freier und positiver Zugang, wie ein Theaterstück, die Möglichkeit auch schwierige Themen zu behandeln.

3. Zielgruppe
Es ist geplant, dass ca. 80 Kinder aus den Jahrgangsstufen 6 und 7 an dem Projekt teilnehmen können. Das Projekt findet im Rahmen des Kunstunterrichts statt und wird entsprechend dem Projekt ausgeweitet.


4. Projektbeschreibung und Rahmenbedingungen
Die theaterpädagogische Arbeit beginnt nach den Sommerferien 2012 und endet im Juni 2013 mit vier geplanten Aufführungen vor der Schulgemeinschaft und anderen SchülerInnen. Der Aufführungsort ist zurzeit noch nicht geklärt.
Es werden 3 Künstler/innen engagiert, die im Tandem mit je einem Lehrer/Lehrerin der Schule, eine Tanzgruppe, eine Musikgruppe und eine Schauspielgruppe leiten. Zwei weitere Gruppen unter der Leitung zweier LehrerInnen werden Dekoration und Kostüme erstellen. Zudem wird es eine Technikgruppe geben, die sich um Dekoration und Bühnenbild kümmert. Flyer und Homepage wird durch eine Computergruppe gestaltet.
Startschuss des Projektes wird ein Casting/Workshop im September von der 1.-6. Schulstunde sein. Dort durchlaufen die SchülerInnen die o.a. Gruppen und können danach drei Wunschgruppen angeben. Die Lehrerinnen und KünstlerInnen entscheiden dann, anhand der Wunschliste, die Aufteilung der Gruppen.

Im Nachgang der Inszenierung wird das Thema an der Schule weiter verfolgt und mit den Schülerinnen und Schülern weiter bearbeitet. Daran anknüpfende Unterrichtseinheiten oder etwa Kooperationen mit der offenen Jugendarbeit zum Thema sind anzustreben.
Da den unterschiedlichen Bereichen mögliche Berufe zu Grunde liegen ist es denkbar, die Berufsorientierung miteinzubeziehen.

Es wird eine Videodokumentation erstellt, die den gesamten Projektverlauf abbildet. Alle mitwirkenden Schülerinnen / Schüler erhalten eine DVD – Kopie des Films.

5. Methode und Arbeitsweise
In einer Anfangsphase der Gruppenarbeit bringen die beteiligten Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen zum Thema ein. Hier wird das Thema nur neutral benannt wie: „Soziale Netzwerke im Internet“, um keine Voreingenommenheit und Ablehnung der SchülerInnen zu erzeugen. Aus den Erlebnissen und Erzählungen der SchülerInnen werden Szenen für die Inszenierung abgeleitet. Neben der thematischen Arbeit in diesen Inszenierungsgruppen kann das Thema in Unterrichtseinheiten und / oder Workshops, auch unter Beteiligung von Medienexperten und / oder der Polizei (Jugendkontaktbeamter) weiter vertieft werden.
Die Schülerinnen und Schüler können im Rahmen eines solchen Projektes innere Muster ausbilden, durch die sie potenzielle Mobbingsituationen früh erkennen und auch in einem konstruktiven Sinne damit umgehen können. Im Spiel setzen sie sich mit dem in der Realität sehr belastenden Problem auseinander, erproben unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten und stärken so ihr Selbstbewusstsein. Die beteiligten Personen erleben Aufregung und Anspannung. Es stellt sich schließlich Freude am Gelingen der Spielhandlung und der gefunden Lösungen ein. Die geplante Aufführung des Stückes vor der Schulgemeinschaft kann als Ausgangspunkt für weiterführende Diskussionen dienen. Darüber ist auch die Einbeziehung der Eltern möglich.
Daneben bietet ein theaterpädagogisches Projekt eine Vielzahl von Entwicklungspotenzialen für jeden Teilnehmenden. Die Ausbildung von  Selbstkompetenzen, durch das positive Erleben des Selbst und die Anerkennung von Außen durch das Spiel, sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Ansatzes.

Support:
Alfried Krupp-Schulmedienzentrum